Geschichte      
    So, Ihr wollt also Etwas über die Geschichte des Streetboards erfahren?
Da seid ihr hier genau richtig!
 
   
   

Californien, wo sonst sollte ein so ausgefallenes Sportgerät herkommen oder?

Version 1:
Weit gefehlt, Alles begann 1989 in Johannesburg, Südafrika.
2 College-Studenten, James Fisher & Oliver Mcleod-Smith waren Nachbarn sowie Surfer und Snowboarder mit Leib und Seele.
Von der Stadt aus verlief ein steiler Berg zu ihren Elternhäusern.
Diesen fuhren sie mit ihren Skateboards runter.
Ungünstigerweise kann man damit aber schlecht bremsen.
Eine Möglichkeit, die beiden in den Sinn kam: Man müsste etwas bauen, mit dem man wie beim Snowboarden Kurven fahren kann, um abzubremsen.
Die Entwicklung begann; viele Prototypen wurden entwickelt.
Der erste hieß 'Wobbel-Board‘ und war aus Teilen einer Tischtennisplatte, Rollschuhachsen und und einem Stück Wasserrohr zusammengeschuhstert.
Damit war also das ERSTE Streetboard gebaut!

oder doch nicht?
Version 2:
Die Firmen Alterskate und TomTom entwickelten zeitgleich und ohne etwas von den Südafrikanern zu wissen, auch Streetboards.

Wer hats jetzt zuerst entwickelt? Naja, eins ist klar: 'Snakeboard' hat sich durchgesetzt. Aber lest selbst...

......(siehe Version 1).......
Ein Großteil der nachfolgenden Prototypen zerbrach schon bei erster Fahrt.
Doch die Boards sowie ihre Fahrer wurden besser, und dann passierte es:
James (oder war es Oliver?) ließ sich nach dem Berg ausrollen, machte einfach weiter die carvende Bewegung und entdeckte dabei nur zufällig die Möglichkeit der schlängelnden Fortbewegung.
Durch ihren Nachbarn kamen sie dann auf die Idee, es patentieren zu lassen.
Also hin zum Patentamt, um für 1000 Rand (rund 100€) den Bewegungsablauf und Grundaufbau patentieren zu lassen (durch diese Patent musste Alterskate die Boardproduktion einstellen).
Beide gründeten dann also die weltbekannte Firma ,Snakeboard‘.
Die ersten produzierte Boards waren:
Viper Striker,


Cobra Cruiser, Junior-Racer,
Professional

und
Competition.

Alle Boards hatten ein gleiches Basisdesign: zwei bewegliche Fußplatten, eine dünne Verbindungsstange, genannt Bar, plus Achsen & Räder.
Sie wurden schon damals (Anfang der 90er) aus extrem festem Kunststoff, genannt Zytel, gebaut.
Die von 'Snakeboard' gebauten Streetboards wurden erst in Südafrika, dann den USA und als letztes in Europa verkauft, wo sie sie damals wie heute sehr beliebt waren.
In den frühen 90ern gab es teilweise sogar mehr Snakeboarder als Skateboarder und Inlineskater in Parks.
Dadurch gab es natürlich für damalige Verhältnisse viele gute Fahrer.
Die logische Folge: Die ersten Weltmeisterschaften 1994 in Gernsey, UK. Der Gewinner war Jay Beatty.
Von da an gab es jedes Jahr außer 1999 offizielle Weltmeisterschaften, erst von Snakeboard, dann von der WSA organisiert.
Da aber Boards im extremen Freestylebereich zu schlecht waren, wechselten immer mehr Leute zu anderen Sportarten.
1996 versuchte 'Snakeboard' noch einmal, durch bessere Boards einen neuen Aufschwung zu erzielen.
Es kamen:
das Stiffy: gut für Rampen, sehr verwindungssteif mit Plates aus Holz

das Skinner: leicht und flexibel, gut fürs Streetskaten

das Browser: Einsteigerboard, perfekte Größe um die Fahrtechnik zu erlernen


Leider brachten auch diese Boards nicht den erwünschten Aufschwung, da Jugendliche einfache Sportarten bevorzugten und keine anspruchsvollen Bewegungsabläufe erlernen wollten.
Als letztes Aufbäumen des Giganten vor dem Untergang könnte man 'Snakeboard's Veröffentlichung des bis dahin besten jemals entwickelten Boards, dem 'Spluge‘, sehen (Schachtelsätze ohne Ende).
Seine Vorteile: leicht, perfekte Länge der Bar (später auch von Dimension übernommen), hoher Einschlagwinkel der Plates für enge Kurven

Doch leider war dieser Versuch nicht erfolgreich, da die Boards sehr teuer (ca. 400 DM) waren und nur geringe Stückzahlen außgeliefert werden konnten. (Europa ca 150, USA ca. 50 Boards)
Noch dazu kam, dass 'Snakeboard' durch Entwicklungs- und Produktionskosten kein Geld mehr für Werbungen hatte.
Das Spluge kann also als nettes Abschiedspräsent der unabhängigen, sportunterstützenden Firma 'Snakeboard' gesehen werden.
Die Firma ging bankrott.
Da kam ein Angebot von MV-Sports, einer englischen Spielwarenfirma.
Sie wären bereit, für die Patente und Rechte an Streetboards eine 'nette' Summe zu zahlen.
Aha, eine große Firma... Das bedeutet viel Geld und kann damit ja eigendlich nur positiv sein oder?
Leider traf genau das Gegenteil ein.
MV-Sports war bzw. ist immer noch sehr kommerziell veranlagt. Sie wollten Sport ausschlachten und produzierten billige Snakeboards, die den ersten sehr ähnelten, um sie als Kinderspielzeug zu verkauten.
Ein Beispiel: Das Sydewinder

Snakeboard wurde damit zur Spielzeugmarke.
MV baute auch Scooter, Inlineskates und Skateboards unter diesem Namen.
Leider gab es kaum neue Firmen, da MV-Sports 20‘000 US-Dollar für eine Lizenz zum Boardbau verlangte, was für einen so kleinen Sport einfach zu viel war.
Anfangs gab es nur Anderson-Streetboards, die von ehemaligen 'Snakeboard' aus Deutschland produziert wurden.
Sie fertigten eigendlich von Anfang an sehr hochwertige Boards.
Das erste war das 'One', meiner Meinung nach eins der schönsten Streetboards.
Später folgende Boards von Anderson mit breiten Holzbarren wurden nach einiger Ablehnung (vor allem im UK) die Grundlage für extreme Tricks und sind heutzutage nicht mehr aus dem Streetboarden wegzudenken.
Ein Beispiel hierfür ist das Anderson Earthquake, das Signature-Board von Sebastian Hoffman.

Da es aber immer wieder akute Lieferprobleme der Holzfirmen und damit Stillstand der Boardproduktion gab, stoppte Anderson den Boardbau um 2001 ganz. Schade, waren es doch bis jetzt die am geilsten gestyleten Boards.
Doch 2001 war kein Jahr zum Trauern. Eher zum Feiern.

denn das goldene Zeitalter des 'Streetboardens‘ begann.

Der mehrfache Weltmeister Brinton Gundersen, einer der besten und der einflussreichste Streetboarder aller Zeiten und Josh Mick, ein ehemaliger Alterskater, trafen sich zu Verhandlungen mit MV-Sports und kauften eine Lizenz, um eigene Boards zu bauen (glaubt mir, es war nicht so einfach, wie es sich anhört).

Brinton und Josh gründeten ihre Firma 'Dimension Streetboards' Anfang 2001, bauen seit da an die besten je entwickelten Streetboards.
- sie sind verglichen mit anderen Holzboards fast unkaputtbar und fast 50% leichter
- durch die Kleinserie können sehr oft Detailverbesserungen durchgeführt werden, was eine optimale Anpassung an die Bedürfnisse der meißten Fahrer erlaubt
- Von Fahrern für Fahrer, dieser Spruch hat bei Dimension oberste Priorität
- organisierten auch mit der WSA die Weltmeisterschaften 2002 in Nantes Frankreich  und 2003 bei LA.

Die Dimension-Devise ’Because Streetboarding needed a future‘ – 'Weil Streetboarden eine Zukunft brauchte' wurde noch nie so konsequent durchgesetzt wie von dieser Firma.

Dies wird vor allem in letzter Zeit deutlich, da Dimension z.B. den TV-Channel FOX bzw. sein Extremsportprogramm '54321' zu den Weltmeisterschaften 2003 holte und damit in 3 Sendungen eine riesige ZUschauermenge erreichte.
Daumen hoch für diese und andere Aktionen.

Jetzt noch etwas zum Namen 'Streetboard' anstatt 'Snakeboard'
Da der Name 'Snakeboard' rechtlich geschützt ist, beschloss die WSA (Worldwide-Streetboard-Association), bestehend aus besten und einflussreichsten Streetboardern der Welt, wärend der Weltmeisterschaften 2000 einen neuen Namen für diesen Sport.
Sie einigten sich auf 'Streetboard', da dieser Begriff schon vorher von Anderson zur Boardbezeichnung genutzt wurde und deshalb gewisse Popularität vorweisen konnte. Außerdem klingt er, verglichen mit einem Schlangenbrett, nicht wie ein Spielzeugname.
Leider beschreibt er aber schlechter die Bewegung, da er zu unspezifisch ist.
Deshalb wird der Name 'Snakeboard' von vielen Menschen noch genutzt und wohl erst vom 'Streetboarden' verdrängt werden, wenn der Sport wieder mehr Medienpräsenz erlangt.

Streetboarding ist im Moment einer der wenigen Sportarten, die (mal abgesehen von MV) komplett in der Hand von Fahrern sind, die etwas von dem verstehen, was sie tun.
Deshalb gibt es (wieder abgesehen vom Blutsauger MV) eigendlich keine Firma, die den Sport ausbeuten will.
Auch vermeindlich teure Preise sind oft gerechtfertigt, da Kleinserien oft sehr teuer sind und auch eine MEnge Schotter in die Organisation von Contests und Touren geht.

Produzierte Boards
eigentlich müssten es alle sein, wenn ich eins vergessen hab, ne Mail mit Hersteller und Boardname an carrat@web.de

DIMENSION STREETBOARDS   AS1
AS2
ANDERSON STREETBOARDS   Pro Team
Champ I
Revolution
Cruiser
ONE
Flash
Champ II
Earthquake
SNAKEBOARD U.S.A.   Viper-Striker
Comp
Pro
Ashley Pro
Browser
Skinner
Stiffy
Loadie
Spluge
Sydewynder
Spacedeck
CLAUSEN   Rattler
ALTERSKATE   Alterskate 1
STUD   I (1)
III (3)
IV(4)
THINK TWICE   505
525
545
SPARK   Spark Board
Roca   Roca Board
Respekt   RSC2002 Board
247 Boards   Board #1
Shark Board   Shark Board
Shaking Board   Shaking Board